9. August 2005

[Bakonysarkany] Was ein Bock aufführen muss, bis er zum Beschlag kommt!

Die Geiß läuft im Kreis und zieht den Bock an kurzer, unsichtbarer Leine nach. Schneller werdend wechselt sie in einen Achter und geht zuletzt hochflüchtig ab ins Meer der Sonnenblumen. Der Bock kracht hinterher. Nach einiger Zeit taucht die Geiß wieder auf, trabt über die Wiese, der Bock verlangsamt seinen Schritt und tut sich nieder.

"Jetzt hab ich ihn abgehängt, nun läßt der garstige Kerl mich in Ruhe", denkt die Geiß? Weit gefehlt. Dicht neben dem ausgepumpten Bock bleibt sie stehen und beginnt zu äsen.

Von der anderen Seite des Stoppelfelds nähert sich ein Jahrling. Der Bock fährt hoch, erstarrt vor dieser Dreistigkeit und geht auf den Jüngling los. Der nimmt Reißaus. Nun wendet er sich erneut der Geiß zu und sie führt ihn mit Tempo an der Nase herum wie gehabt.

Endlich, endlich hält sie still. Er bespringt sie - und rutscht ab. Erst nach dem zweiten oder dritten Versuch scheint er erfolgreich. Er wird ruhig, zupft an den Gräsern und verliert für kurze Zeit das Interesse an der Geiß.

Überall dieselben Szenen um diese Zeit - wie im Winkel, so auch am Roman Les am Abend meiner Ankunft.

Gegen fünf Uhr morgens erspähe ich den Fuchs. Bevor ich ihn im Sucher habe, raschelt er ins Dickicht zurück. Später springt ein übersehener Knöpfler aufs Blatt. Der Bock jedoch, dessen Anblick mich elektrisiert, treibt am Gegenhang in etwa sechshundert Meter Entfernung.

Weitläufig umschlage ich ihn des Windes und der Deckung wegen. Als ich dem Ziel eine halbe Stunde später näherkomme, sind Geiß und Bock weiter ins Feld hinaus gezogen.

Unter einem überhängenden Strauch fixiere ich das Dreibein und harre der Dinge. Die Geiß hat ihren Einstand in unmittelbarer Nähe, soeben hab ich ihre Kitze gesehen. Geiß und Bock treiben weit draußen ihr Spiel, entschwinden meinem Blick in einer Senke. Auch der Kitzfiep bringt sie nicht zurück.

Ich entschließe mich, frühstücken zu gehen und mir die Sache später von der anderen Seite her anzusehen. Vom Wind her ist dies ohnehin zu empfehlen.

Vorsichtig beziehe ich gegen 0945 auf dem Ansitz mitten im Feld Position. Da! Die Geiß und die beiden Kitze in etwa 120 Meter Entfernung. Wo ist der Bock?

Ich blatte. Zu meiner Überraschung keucht er fünf Minuten später heran, hält inne und bleibt im Feuer.

"Mindestens fünf Jahre, eher älter" lautet später das einhellige Urteil der Weidkameraden bei der Begutachtung von Kiefer und Trophäe.

Am nächsten Morgen kommt mir der Fuchs erneut. Im Mündungsfeuer kann ich nicht erkennen, ob ich getroffen habe. Erst als es hell wird, bin ich sicher, dass das dunkle Bündel in etwa sechzig Meter Entfernung tatsächlich eine Lunte hat.


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