02. 09. 2012   Der Letzte  
       

In zwischenmenschlichen Beziehungen wird mit Schikane eine Maßnahme - häufig von Amtspersonen oder anderweitig weisungsberechtigten Menschen wie beruflichen Vorgesetzten durchgeführt - bezeichnet, die zwar an sich legal ist, aber mit der wesentlichen Absicht angewendet wird, jemandem Schwierigkeiten zu machen. Diese Schwierigkeiten können entweder Selbstzweck sein oder als Druckmittel dienen, um den Schikanierten zu einem gewünschten Verhalten zu bewegen.

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Den Pachtpreis erhöhen, Extrakosten einführen und zugleich die Abschussbedingungen massiv einschränken - das mag legal sein, erscheint jedoch als Schikane, wenn all das im benachbarten Revier nicht passiert: der Unterschied liegt beim Verpächter, nicht bei objektiven Umständen.

Weil ich das Revier seit über zehn Jahren kenne und die meiste Zeit darin sehr glücklich war, ist es mir schwer gefallen, mich zu lösen.

Laufend erforderliche Verhandlungen zur Vertragsgestaltung und Vertragsauslegung mit wechselnden Vertretern des Eigentümers haben mir jedoch seit einem Jahr nahezu jeden Jagdaufenthalt vergällt. Nun habe ich genug. Ich verzichte - wie zwischendurch schon 2008, diesmal aber wohl endgültig - auf die Jagdausübung in diesem Revier.

Mit ein Grund für meinen Rückzug ist auch der radikale Wandel der Landwirtschaft im Revier: Die Diversität der Feldfrüchte, die Wildäcker, die Kleestreifen, das Buschwerk der Pferde- und Schafweide sind Geschichte. Monokulturen von Mais und Sonnenblumen bedecken Hunderte Hektar Land und haben mein bevorzugtes Wild, das Reh, zugunsten von Rot- und Damwild zurückgedrängt.

Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut

Kaiser Franz Joseph


Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde

Prediger 8,6

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[Bakonysarkany] Auf dem Weg ins Revier erreicht uns ein SMS, das die Jagdausübung im Revier an weitere Bedingungen knüpft.

Da F. auch im Nachbarrevier seit Jahren jagt, lädt er mich ein, bis zur Klärung der Forderungen heute Abend und morgen früh dort auszugehen.

Das Gespräch am nächsten Tag bringt keine Annäherung, im Gegenteil: abgesehen von neuen, geschmalzenen Preisen für das Wildbret erhebt der Verhandlungspartner die Forderung, dass nicht nur unsere Jagdgäste, sondern auch die Pächter ab sofort in Begleitung jagen müssen.

Diese Bedingung hat der 2007 neu eingetretene Verpächter schon damals erhoben. Ein Jahr lang sind wir darauf eingegangen, dann haben wir verzichtet und zwei Jahre bei D. gejagt. Als diese Bedingung wegfiel, sind wir zurückgekehrt. Nun wird sie während des laufenden Vertrags erneut erhoben. Ein möglicher, nicht ausgesprochener Grund: gute Abschüsse will der Verpächter gesondert verkaufen. Dafür spricht, dass G. und H. berichtet haben, Z. habe sie nur auf schwache Abschussböcke schießen lassen.

Dazu kommt: im Unterschied zu vielen Jägern jage ich am liebsten allein, vor allem in einem Revier, das ich sehr gut kenne. Ich lasse mir nicht wieder Pirschführer aufzwingen, die mit mir die meiste Zeit im Auto herumfahren. Ich werde aus dem Vertrag daher aussteigen.

Am Abend krachen in F.s Revier nur die Schreckschuss-Apparate zum Schutz der Maisfelder. Ein Keiler quert auf über 300 Meter das Feld. Am nächsten Tag ist Abreise. Der Morgenansitz ist der letzte Ausgang in Ungarn auf absehbare Zeit - oder vielleicht auf immer.

Im Dunkeln erklimme ich zum vierten Mal den Kaisersitz. Ich bin entspannt und denke dankbar an die Zeit mit den Enkeln, die nun ins neue Haus gezogen sind. In der Dämmerung lichtet sich der Morgennebel. Eine Bewegung im Augenwinkel läßt mich nach rechts blicken. In der Ecke, in der das Feld auf den Wald und auf den Windschutzgürtel stößt, die Silhouette eines Rehs.

Ich greife nach dem Glas, das Reh wendet den Kopf zum Ansitz und ich friere ein. Ein Bock. Ein sehr guter Bock. Er richtet das Haupt wieder nach vorn. Ich lege behutsam an, spanne, steche ein, ziehe durch. Der Bock kippt im Stand um. Er schlägelt nicht einmal. - "Sechs Jahre" schätzt C. später. Finales Jagdglück. Geweih (grün): 423 g.

 

Horrido!