13. 11. 2009   Am Hochkogel  
       

Eisenerz

Der Sage nach verdanken die Ureinwohner des Erzbachtals die Entdeckung des Erzberges einem Wassermann aus der “Schwarzen Lacke" am Talausgang des Münichtals. Der Wassermann wurde von den Dörflern mit einem mit Pech bestrichenen Mantel eingefangen, für seine Freilassung bot er ihnen dann Folgendes an: Gold für 10 Jahr', Silber für Hundert Jahr' oder Eisen für immerdar! Die klugen Bewohner entschieden sich für das Eisen.

Quelle: Wikipedia

Kaiserliche Jagd

Bereits Kaiser Maximilian I. ging - damals noch mit der Armbrust - rund um den Erzberg auf die Jagd und setzte in Eisenerz einen Waldmeister ein, dessen Aufgabe es war, der "Waldverwüstung" entgegenzuwirken, und einen Forstmeister, der das Wild hegen sollte.

Mit dem Tod Maximilians ging auch eine bedeutende Epoche in der Geschichte der Jagd zu Ende. Danach wurde die Kohleerzeugung wichtig, denn die Kohle wurde für den Bergbau in der Region benötigt. So wurden alle Waldbesitzer verpflichtet, Holz für Holzkohle abzuliefern. Die Jagd wurde derweil unbedeutend.

Auf den Geschmack kam erst wieder Kaiser Franz Josef. 1868 wurde dann das 22.000 ha große Jagdrevier veräußert, um die Staatsfinanzen zu sanieren. Doch der Kaiser erhielt ein 99-jähriges Jagdrecht - das kaiserliche Leibgehege Eisenerz-Radmer war entstanden. In den folgenden Jahren wurde das Gebiet noch vergrößert. Nach der Errichtung dieses Leibgeheges wurden auch 60 Futterplätze für das Wild eingerichtet. Aufgrund der guten Pflege des Wildes vermehrte sich dieses - sehr zur Freude des Monarchen zusehends.

Quelle: Austria Forum

Wildbann

Wildbann (lat. Bannum ferinum), 1) das Recht der Befriedigung, Umzäuunng, für oder gegen das Wild; daher -- 2) das ausschließliche Jagdrecht in einem Bezirke; -- 3) das landesherrliche Regal über die Jagden und die dem Monarchen zugehörigen Jagden; -- 4) die vermöge der landesherrlichen Rechte errichtete Jagdordnung. -- Häufig wird der Ausdruck, in Verbindung mit dem Forstbanne, Forst= und Wildbann gebraucht, häufig auch als unter dem Forstbanne begriffen angesehen.

Johann Georg Krünitz, Oeconomische Encyclopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirtschaft, 1773 bis 1858

Gesäuse

Das Gebiet des Gesäuses wird regional - aber auch in der Literatur - sehr unterschiedlich eingegrenzt. In den meisten Bergführern werden die Haller Mauern dazugerechnet. Häufig werden auch die südlich angrenzenden Eisenerzer Alpen einbezogen. Gesäuse, Haller Mauern und Eisenerzer Alpen bilden zusammen die Gebirgsregion der Ennstaler Alpen.

Streng genommen bezeichnet das Gesäuse lediglich das 16 km lange Durchbruchtal der Enns zwischen Admont und Hieflau und die Seitentäler von Radmer und Johnsbach. Die Enns überwindet innerhalb dieser kurzen Strecke ein Gefälle von über 150 Meter. Das wildschäumende, schnell dahinsausende Wildwasser gab diesem hochalpinen Abschnitt seinen Namen. Zu beiden Seiten des Flusses ragen die senkrechten Kalkberge über das Tal und bilden die berühmten Kletterwände des Gesäuses.

Quelle: Wikipedia




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"Kaiser Franz Joseph hat hier seine 2.000ste Gams erlegt" erklärt R. Die steht ausgestopft in der Ischler Villa, erinnere ich mich.

Im verschneiten Wald stapfen wir zum Kaiserschild hoch. Von der Forststraße aus haben wir östlich des Schneefelds unter dem Gipfel einen Bock gesichtet, der sich auf einer Felsplatte niedergetan hat. "Kapital" hat R. nach einem langen Blick durch das Spektiv geurteilt.

Der Name des Berges geht auf das Schild zurück, das Kaiser Maximilian zur Verhängung des kaiserlichen Wildbanns hier hatte errichten lassen.

Der Anstieg ist steil und rutschig. Um beide Hände für den Stock freizuhaben und mich gegen den Hang abzustützen, trage ich die Büchse im Rucksack. Der ist dazu nicht gut geeignet. Immer wieder habe ich das Gefühl, sie könnte herauskippen, obwohl ich sie festgezurrt habe.

Erst gestern habe ich die neue R 93 Professional im Kaliber .270 WSM eingeschossen und den Ballistikturm des Swarowski Z5 3,5 - 18x44 auf vier Fleckschussentfernungen eingestellt: 100, 200, 250 und 300 Meter. Ich bin begeistert von dieser Optik.

Auf der Höhe des Bärenlochs zweigen wir aus dem schütter gewordenen Wald in das Geröllfeld ein. R. mißt den Abstand zur Platte, die der Bock zur Ruhe gewählt hat. "342 Meter" verkündet er.

Wir steigen höher. Unterhalb des Bärenlochs hält sich eine Schar auf. Kommt der Bock herunter? F. meldet von der Forststraße per Mobiltelefon, dass er sich in Bewegung gesetzt hat, aber in Richtung Klettersteig. Wir postieren uns hinter einem Felsbrocken.

Der Bock erscheint auf der Scharte über dem Bärenloch auf nahezu gleicher Höhe. "380 Meter" misst R. Ich drehe mein Zielfernrohr auf maximale Vergrößerung. Er imponiert vor einem jüngeren, aber sehr kräftigen Bock, der sich einige Meter darunter aufhält. Langsam und gespannt umkreisen sie einander und sträuben ihre Bärte.

Auf 380 Meter ist mir auch ein Schuss mit der rasanten Nosler Accubond zu riskant. Das hätte ich zuvor gern an einem geeigneten Schießstand ausprobiert. Die Hoffnung, dass ein Bock den anderen das schneegefüllte Bärenloch hinuntertreibt, erfüllt sich nicht. Im Gegenteil: nach etwa zwanzig Minuten ziehen beide über die Scharte und entschwinden unserer Sicht.

Vergeblich warten wir auf ihr neuerliches Auftauchen. Es ist 1030 Uhr. Wir sind auf über 1700 Meter. Dennoch entschließen wir uns abzusteigen. Wir wollen es beim Hochkogel versuchen.

Gegen 1200 Uhr liegen wir ausgepumpt an Rande eines Kars am Hochkogel. Eine Schar hält sich unter uns auf. Einige Stücke haben sich niedergetan, andere zupfen an den Grashalmen der aperen Stellen im Schnee.

Ich bin dankbar, dass die Sonne uns wärmt, die sich bisher hinter Wolken verborgen hat. Auch die Gams scheinen ihre Strahlen zu genießen.

Über eine Stunde dauert es, bis die alte, nicht führende Gais mit den ausgedrehten Krucken sich erhebt. Ich bin zum ersten jagdlichen Schuss aus der neuen Büchse bereit. Nur 100 Meter. Knapp hinter dem Blatt halte ich an. Im Stand bricht die Gais zusammen und kollert leblos das Schneefeld hinunter. Weit hinunter.

Wir wollen sie nicht nach oben bergen, um sie dann wieder hinunter zu tragen. R. steigt zu ihr ab und bringt sie auf einem Querpfad zur Forststraße, während ich auf dem Wanderweg zum abgestellten Toyota gehe und ihm entgegenfahre.

Vierzehnjährig, weite Auslage, kaum zwanzig Kilo schwer.

Im Wirtshaus nehmen wir ein verspätetes Mittagessen ein: eine hervorragend zubereitete Martinigans. Durchs Gesäuse fahre ich zurück. Mehrmals halte ich an und nehme die dramatische Szenerie dieser Landschaft in mich auf.

 

Horrido!