18. 05. 2008   Die Klausel  
       

On the morning of your hunt you will be met either by John or one of our other guides to discuss the plan of the day which may involve a combination of driving, stalking, tree-stand or ground-blind hunting in one of our pre-scouted hunting areas.

All of our local hunting areas are scouted at least once a week to ensure resident game species have not moved on and remain in the area.


www.johns-guide-service.com
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You'll have a shot on a bear, or you'll come back FREE. In all the years we have made this offer we've never yet had to pay back a bear hunt!

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Guides, die solche Versprechen einlösen, ließe ich mir gefallen.



KNEELING UNSUPPORTED POSITION nach dem Field Manual 23-10



Je weniger im Magen, desto leichter der Fuß. Ein hungriger Jäger riecht das Wild gegen den Wind. Iß nie etwas, bevor du auf die Jagd gehst.

Jagd-Unterweisung der ZUNI-INDIANER



Die Pestwurz ist eine in Europa weitverbreitete Pflanze. Man findet sie besonders an feuchten Stellen in Wäldern und an Bachufern. Die Blätter sind denen des Huflattichs sehr ähnlich. Der Unterschied besteht in der Behaarung der Blätter.

Die Blätter erscheinen erst nach der Blütezeit. Sie sind grundständig und haben riesige, nierenförmige Ausmaße, wie kaum eine andere Wildpflanze. Z.T. erreichen die Blätter eine Länge von einem Meter und 60cm Breite. Die Blätter sind dabei lang gestielt und grün auf der Oberseite. Die Unterseite wirkt grau-verfilzt. Insgesamt bilden die Blätter eine Art Dach über dem Boden.

Dem Hauptinhaltstoff Petasin werden schmerzlindernde und beruhigende Eigenschaften zugeschrieben.

Die Droge ist seit dem Altertum bekannt und wurde häufig angewendet, insbesondere die Blätter wurden bei Entzündungen, Geschwüren und Wunden aufgelegt. Im Mittelalter diente sie vor allem wegen ihrer diaphoretischen (schweisstreibenden) Wirkung als bestes Mittel gegen die Pest, die häufig mit Schwitzkuren therapiert wurde. Daher stammt auch die Bezeichnung Pestwurz, die auf Paracelsus und Leonhard Fuchs zurückgeht.

Der Gattungsname Petasites wurde bereits bei Dioskurides benutzt. Er wird vom griechischen petasos (Regen- oder Sonnenschirm) abgeleitet, Bezug nehmend auf die riesigen Blätter der Pflanze.









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"Ich bin daher nach langem Überlegen in den beiden letzten Tagen zum Schluss gekommen: ich werde in Bakonysarkany unter diesen Umständen nicht mehr jagen" teile ich Joszef per Mail mit.

Der Entschluss ist mir schwer gefallen. Fünf Jahre lang hab ich mich frei in diesem Revier bewegt. Nach der umstrittenen Neuvergabe im Vorjahr hat P. jedoch auf der Begleitung durch ungarische Jäger bestanden. Fred und ich haben uns widerstrebend darauf eingelassen um zu sehen, ob und wie das funktioniert.

Es war sehr verdrießlich. Nicht nur, weil ich am liebsten allein jage. Die ungarischen Begleiter ("Berufsjäger") haben uns jedesmal kreuz und quer durchs Revier kutschiert. Sie haben offensichtlich nicht gewußt, wo etwas Schussbares geht oder steht. Der Ansitz ist ihnen zu fad und der Fußweg zu unbequem gewesen. Sich mit ihnen zu verständigen ist nur rudimentär gelungen.

Zu meinem Ärger sind sie am Morgen mit aufgedrehten Scheinwerfern meist auf dem Weg zum Jagdhaus angetuckert, auf dem ich jahrelang noch in der Dunkelheit zu einem aussichtsreichen Ansitz gepirscht bin. Sie haben Chancen zerstört, bevor wir aufgebrochen sind.

Im Durchschnitt bin ich bei jedem sechsten dieser mißlichen Ausfahrten zu Schuss gekommen. Ohne diese famosen "Pirschführer" bin ich in Bakonysarkany im Schnitt bei jedem vierten Ausgang erfolgreich gewesen.

Das alles und mehr hab ich Joszef gemailt und mich verabschiedet.

Am Tag darauf hat er mich angerufen: "Bleib. Du kannst auf Böcke, Sauen und Kahlwild allein gehen." Nur auf Rot- und Damhirsche sei Begleitung erforderlich. Joszef steht als Jagdleiter in der Frage des Alleingangs über jenem Pächter, der auf Begleitung bestanden hatte. Mit dieser Klausel hab ich den Jagdvertrag 2008 akzeptiert.

Während wir fröhlich auf Anfahrt sind, erhalte ich jedoch ein überraschendes SMS: "Heute 7 Uhr Jagd. Treffpunkt Jagdhaus. Gabor".

Ist Gabor über meine Vereinbarung mit Joszef nicht informiert? Woher weiß er sonst, dass wir kommen? Oder will er mich zum Auftakt des neuen Jagdjahres nur begrüßen? Fred wird ohnehin in Dieters Revier jagen.

Um 7 Uhr trifft nicht Gabor ein, sondern einer seiner "Berufsjäger". Ich bin verärgert, beschließe jedoch, noch einmal gute Miene zu machen, aber klarzustellen, dass ich ab Morgen allein ausgehe.

Die Ausfahrt mit dem "Pirschführer" verläuft und endet wie viele zuvor: ergebnislos. Beim Abschied bin ich unmißverständlich: keine Begleitung am nächsten Tag.

Am Morgen stört mich kein Aufpasser. Ich genieße die freie Bewegung im Revier, erlege am Vormittag einen Fuchs und informiere Joszef über den Abschuss. Er sagt, Zoltan wird den Kadaver zwecks veterinärmedizinischer Untersuchung abholen.

Mittags telefoniert Gabor mit mir und kündigt Zoltan für sieben Uhr an. Ich wiederhole: Zoltan kann den Fuchs abholen, aber ich werde allein ausgehen.

Schon um 1800 Uhr sitze ich auf den Bock an, den ich untertags aus der Ferne erspäht habe. Ein paar Felder weiter ist noch ein Heuwender unterwegs. Dann dröhnt er an mir vorbei und entfernt sich endlich auf Dauer. Stille. Der Bock zeigt sich nicht. Nach rund 90 Minuten beschließe ich, zum Dreier-Sitz zu pirschen und dort bis zur Dunkelheit anzusitzen.

Ich baume ab. Bevor ich die freie Fläche zum nächsten Feld quere, glase ich den Rand der Dickung vor mir ab. Da steht ein kräftiges Stück, etwa fünfzig Meter entfernt, das Haupt ins tiefe Gras gesenkt. Es wirft auf. Hohe, asymmetrische Stangen, links eine Gabel. Das ist er.

Mein Puls wird schneller. Keine Gelegenheit, vom Ansitz zu schießen. Keine Gelegenheit anzustreichen. Bleibt nur die "kneeling unsupported position" nach dem Field Manual 23-10.

Ich lege den Rucksack ab und den Stock, warte bis der Bock sein Haupt wieder ins Gras senkt und bewege mich auf allen vieren auf eine günstigere Position zu.

Da kommt Zoltan mit seinem Pick-up angefahren. Er sieht Rucksack und Stock am Wegrand liegen, hält und stellt den Motor ab. Der Bock springt ab.

Ich erhebe mich und zeige unverhüllt meinen Ärger in Wort, Mimik und Gestik. Zoltan bedeutet mir, einzusteigen. Ich schüttle heftig den Kopf, versuche Joszef telefonisch zu erreichen, komm aber nur auf seine Mobilbox. Ich lasse Zoltan stehen und mache mich fluchend auf den Rückweg.

Am späteren Abend stoßen Dieter, Fred und ich auf den glücklichen Ausgang des gerichtlichen Verfahrens an, das P. gegen Fred angestrengt und in allen Punkten verloren hat.

Am nächsten Morgen ziehen vier junge Damhirsche vertraut an meinem Sitz vorbei. Der Bock, hinter dem ich her bin, zeigt sich nicht. Auf der Pirsch sichte ich Geiß und Fuchs. Auf dem Rückweg halte ich aus purer Routine noch einmal Ausschau. Da steht der Bock mitten im Weizen.

Diesmal paßt der Sichtwinkel vom Hochsitz, aber der Bock steht spitz und ist mir bei geschätzten 250 Metern für einen sicheren Schuss mit dem 180-grain-Geschoss zu weit. Das fehlte noch, auf dem zwischen Gabor und Joszef offenbar umstrittenen Alleingang gleich beim ersten Mal zu patzen...

Ich habe den Bock im Visier. Unendlich langsam kommt er näher. Hin und wieder gehe ich aus dem Anschlag, um nicht zu verkrampfen. Das Handy vibriert in der Hosentasche. Hartnäckig. Vermutlich Fred. Es ist längst Zeit für das Frühstück.

Da stellt der Bock sich nahezu quer und strebt gemächlich auf die Dickung zu. Ich fahre mit. Gleich wird der Winkel zu steil und er verschwindet hinter den Sträuchern. Im Zielfernrohr taucht rechts ein verschwommener grüner Fleck auf. Da ziehe ich durch.

Der Bock wirft die Hinterläufe hoch und stürzt mit einem Satz aus dem Blickfeld.

Die Entfernung zum Anschuss schätze ich auf rund 180 Meter. Langsam gehe ich in engen Serpentinen die Distanz von der Schusslinie bis zur Dickung ab. Nach jeder Schleife werde ich unruhiger. Sollte ich gar... Da! Schweiß! Viel Schweiß auf diesen Pestwurzblättern! Da muss... JA! Da liegt er.

Der Einschuss sitzt im Haltepunkt auf dem rechten Blatt, ausgetreten ist die Kugel links hinter der Leber.

Nachbemerkung: da Gabor auf der ständigen Begleitung beharrt, unterschreibe ich den Jagdvertrag nicht. Wir suchen Alternativen.

 

Horrido!