21. 7. 2010   Auf dem Stoppelfeld  
       

Stroh

Vor allem historisch hatte die Verwendung von Stroh für eine Reihe von Produkten sehr viel größere Bedeutung, wurde jedoch durch andere Materialien abgelöst. Aus geflochtenem Stroh wurden Schuhe hergestellt, die so genannten Strohschuhe. Eine weitere Verwendung waren Bienenkörbe aus geflochtenem Stroh, die gelegentlich auch heute noch gefertigt werden.

Im traditionellen Japan sind Strohmatten aus Reisstroh (Tatamis), die auf den Boden gelegt wurden, der Sitzplatz der Menschen, nicht Stühle oder Bänke. Durch Auflegen mehrlagiger Decken aus Baumwolle (Futons) auf diese Tatamis wurde der Boden auch zum Schlafplatz, so dass es auch keine Betten im europäischen Sinne gab. In Europa werden Tatamis unter anderem als Unterlage für die Ausübung von Judo und anderer japanischer Kampfsportarten verwendet.

Lange Zeit diente auch in Europa Stroh als Bettstroh. Da aber die langen Halme schnell brachen, wurde das Lager hart und unbequem. Heute erlebt der Naturstoff in Strohkernmatratzen eine kleine Renaissance: Gereinigtes Stroh wird gepresst, mit einem Gewebe umgeben, mit Garn versteppt und oft auch mit Lagen anderer Naturmaterialien wie Naturkautschuk kombiniert.

Neben Holz, insbesondere auch schnellwachsenden Hölzern aus Kurzumtriebsplantagen, stellt Getreidestroh einen potenziellen Lieferanten für Lignocellulose als Rohstoff für die Nutzung in Bioraffinerien zur Herstellung verschiedener Plattformchemikalien dar. Entsprechende Vorhaben befinden sich allerdings noch in der Planung.

Überholt ist auch der Einsatz als Trinkhalm, obgleich Plastiktrinkhalme nicht selten immer noch als Strohhalme bezeichnet werden. Als Verpackungsmaterial wurden früher Strohhalme verwendet, um Erschütterungen zu dämpfen. Diese Funktion wird heute vor allem durch Styropor und andere Kunststoffe erfüllt, obwohl es auch neue Produkte auf Strohbasis als Verpackungsfüllmaterial gibt. Mitunter wird Stroh auch für die Herstellung von Papier verwendet. Auch Zielscheiben für das Bogenschießen werden aus Stroh gefertigt.

Quelle: Wikipedia






Jägersprache
Rifle Information Page
Trophäenbewertung
OÖ Jagdverband

HOME  COME IN
GARDEN  ARTICLES
 

Der Juli geht zu Ende und ich habe in B. noch keinen Bock gestreckt.

Seit Mai habe ich in fast allen Revierteilen Ausschau gehalten. Ich habe reichlich Rot- und Damwild, aber wenig Rehwild gesehen. Ich habe eine Sau und zwei Füchse erlegt. Zum Schuss auf einen kugelreifen Bock bin ich bisher nicht gekommen.

Im Weizen war hin und wieder ein Haupt zu sehen. Ein Schuss ins Getreide aber ist mir zu riskant. Wie der Bock im Verhältnis zum Haupt wirklich steht, ist ja nur zu erahnen.

Ab heute jedoch ist der Weizen entlang der fünf Sitze am Rande des Staatswaldes abgeerntet. Fast. Beim Einser-Sitz steht noch das halbe Feld. Dort hat Hannes heute vom Mähdrescher aus einen guten Bock gesehen.

Zum Abendansitz entscheide ich mich dennoch für den Fünfer-Sitz. Zwischen den beiden Windgürteln liegt das frische, goldgelbe Stoppelfeld. Hannes häckselt das Stroh und läßt es liegen, um den Boden zu verbessern.

Ich rücke das Sitzbrett zurecht, um nach beiden Seiten auflegen zu können. In die passende Stellung läßt es sich nur zwängen.

Ein wunderbarer, heißer Sommertag geht zu Ende. Noch lastet die Hitze auf dem Feld. Es ist nahezu windstill. Allmählich wird der Schatten des Waldes länger.

Ein Fuchs kommt des Weges. Ich werde nicht schießen. Ich warte auf anderes Wild. Virtuell aber werde ich ihn erlegen. Ich hebe die Büchse und rutsche in Position. Das Sitzbrett ächzt. Ich friere ein. Der Fuchs stoppt, sieht auf und blitzt ins Gebüsch.

Wenn mir das bei einem Bock passiert, ärgere ich mich maßlos. Ich bringe das Brett in eine Lage, in der es bei keiner Belastung knarrt. So kann ich aber nur nach einer Seite auf dem quergelegten Stock auflegen. Wenn das Stück von der anderen Seite kommt...

Da kommt es schon. Ein Bock tritt aus. Hat nicht hoch auf, sieht aber reif und kräftig aus. Er zieht schräg von mir weg auf die sanfte Hügelkuppe in der Mitte des Feldes zu. Ich knie mich in die Ecke des Sitzes, um aufzulegen. Jetzt steht er breit.

Nach dem Schuss wirft er sich herum und stürmt zum Wald zurück, springt in das Strauchwerk und ist verschwunden. Etwa fünfzig Meter hat er dabei zurückgelegt. Zum Schluss ist er langsamer geworden.

Ich präge mir den Wechsel ein, steige ab und schreite den Waldrand ab. Hier... Ja, diese Schneise in den Stauden muss es sein. Ich lege Stock und Rucksack ab, mache einen Schritt... da liegt er. Sauberer Kammerschuss.

Ein alter, zurückgesetzter Bock. Idealer Abschuss. Als Zoltan am nächsten Morgen das Haupt abholt, schätzt er ihn auf sieben bis acht Jahre.

 

Horrido!