25. 06. 2012   Der Tip  
       

Seit dem Beitritt Ungarns zur EU werden auf den Feldern im Revier nur noch Mais, Sonnenblumen und ein wenig Weizen angebaut. Andere Feldfrüchte, die Pferdeweide, die Wildäcker und die Kleestreifen zwischen Wald und Feld sind verschwunden. Alles Unkraut wird mit Roundup von Monsanto ausgerottet. Jeder Quadratzentimeter ist förderrelevant. Die Anbauflächen werden über Satelliten kontrolliert. Diese eintönige Landwirtschaft kommt dem Rot-, Dam- und Schwarzwild entgegen, erhöht den Wildschaden und verdrängt die Rehe:

In Regionen mit hohem Damwild- Sikahirsch- oder Rothirschbestand sind Rehe tendenziell seltener.

Es liegen noch keine exakten Untersuchungen zum interspezifischen Verhalten von Rehen zu anderen Tierarten vor, Damwild scheint jedoch dem Rehwild zu unruhig zu sein, so dass Rehe bei sich näherndem Damwild die Äsungsflächen verlassen.

Noch mehr Distanz halten Rehe zu Rotwild, auch hier scheint das Brunftverhalten von Rothirschen Rehe zu stark zu beunruhigen. In mehreren Regionen konnte ein Anstieg der Rehwildbestände nachgewiesen werden, wenn der Bestand an Rothirschen zurückging. Auch Sikahirsche verdrängen Rehe.

Gegenüber Wildschweinen ist das Verhalten der Rehe unterschiedlich. Dort, wo Wildschweine häufig sind und auch am Tage ihre Einstände verlassen, suchen beide Arten gelegentlich auf denselben Flächen nach Nahrung. Dagegen reagieren Rehe in der Dämmerung und bei Dunkelheit auf Wildschweine mit einem sichernden Verhalten [WIKIPEDIA]

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[Bakonysarkany] Bei jedem Ausgang sichte ich Dam- und Rotwild, immer seltener Rehe. Vor zehn Jahren war das umgekehrt. In der Morgendämmerung zogen zwischen Einser- und Zweiersitz oft zwei bis drei Sprünge ein. Bei vier Ansitzen in den vergangenen Tagen ist dort kein einziges Reh aus- oder eingezogen, wohl aber Dam- und Rotwild.

Die Abschusspläne hinken dieser Entwicklung (siehe Beitext) hinterher. Zumindest das Rotwild müsste ausserhalb der traditionellen Schusszeit drastisch dezimiert werden.

Weder im April noch im Mai bin ich zu Schuss auf einen Bock gekommen. Auch heute Morgen habe ich lediglich eine Geiß und einen Jahrling gesehen.

Nach dem Frühstück kommt D. vorbei. Auf dem schmalen Feld zwischen Ilda-Wald und der Straße nach Aka sei der Mais schlecht aufgegangen. Dort habe er einen guten Bock bestätigt.

Um 1900 besteige ich den Hochsitz in diesem Revierteil. Eine Geiß äst entlang des Weizenfeldes, das an den schütteren, niedrig stehenden Mais grenzt. Im Wald meldet der Bock seinen Einstand. Meine Erwartung steigt.

Nach 20 Uhr lege ich das Buch weg, das mir die Zeit nützlich verbringen hilft. Die Geiß ist im Weizen verschwunden. Gegen 20 Uhr 30 taucht sie wieder auf... nein... das ist der Bock... auf jeden Fall mehrjährig... hat ziemlich hoch auf. Ich senke das Glas ab und greife nach der Büchse.

Der Bock bummelt 150 bis 170 Meter entfernt im dünn bestandenen Rand des Maisfelds. Der Winkel ist ungünstig. Ich kann die Schusshand nicht auflegen, sondern nur seitlich abstützen. Vielleicht kommt er näher und etwas nach links... nein... er dreht wieder ab. Ich presse den Ellbogen gegen das Brett und entschließe mich zum Schuss.

 

Horrido!